08.11.2025

Außenabzieher, Innenauszieher, Trennvorrichtungen: Wofür sind sie überhaupt gut?

Anwendung eines STAHLWILLE Abziehers mit Knarre zum Lösen eines Lagers von einer großen Maschinenwelle.
Was ist das Besondere an einem Abzieher (engl. „puller“)? Wozu wird das Spezialwerkzeug eingesetzt und welche Typen gibt es? Wir starten mit einem Überblick über Abzieher und ihre Einsatzgebiete.
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Was ist ein Abzieher?

Lager, Antriebswellen, Zahnräder, Riemenscheiben, Kupplungs- und Lenkungsteile – sie alle haben etwas gemeinsam: In der Regel benötigt man für die Demontage sogenannte Abzieher (engl. „puller“). Ganz gleich, ob im allgemein mechanischen Bereich oder in der Wartung industrieller Maschinen und Anlagen, ob im Fahrzeugservice, der Luftfahrt oder in der Pflege und Reparatur landwirtschaftlicher Maschinen und Baumaschinen: Überall da, wo drehende Bauteile ihre Kraft übergeben, kommen Abzieher zum Einsatz.
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Warum sind Abzieher überhaupt nötig?

Auf einer Welle installierte Bauteile lassen sich nur selten von Hand lösen, in manchen Fällen sind sie sogar schwer zugänglich in einem Gehäuse untergebracht. Deshalb ist für die professionelle Demontage der Einsatz eines passenden Abziehers Pflicht. Hier seine wichtigsten Vorzüge im Überblick:
  • Schonende Demontage: Abzieher erlauben die schonende und sichere Demontage von Bauteilen. Sie ermöglichen im Gegensatz zu „improvisierten“ Methoden etwa eine gleichmäßige Verteilung der Abziehkraft. Das ist wichtig, damit es beim Abzugsvorgang nicht zum Verkanten, Verformen oder zu Beschädigungen kommt.
  • Kontrolle und geringer Kraftaufwand: Der Abziehvorgang beim Außenabziehen erfolgt nicht von Hand. Stattdessen wird die Spindel des Abziehers mit einem Schraubenschlüssel betätigt. Die Anwendung geschieht somit kontrolliert. Und dank der Hebelwirkung des Schraubenschlüssels ist der Kraftaufwand vergleichsweise gering.
  • Arbeiten in engen Bauräumen oder in Gehäusen: Wenn wenig Platz um das abzuziehende Bauteil zur Verfügung steht oder wenn es nur schwer zugänglich in einem Gehäuse untergebracht ist, helfen speziell hierfür entwickelte Abzieher dabei, das Bauteil dennoch sicher zu demontieren.
  • Effizientes Arbeiten: Durch das Feingewinde einer Spindel des Abziehers können hohe Kräfte übertragen werden, die den Abziehvorgang vereinfachen. Durch einen gleichmäßigen Abzug werden Beschädigungen vermieden, wodurch die Demontage schnell und effizient abläuft.
  • Arbeitsschutz: Beim Abziehen von Bauteilen – insbesondere bei verrosteten oder festsitzenden Komponenten – muss stets eine Unfallschutzplane verwendet werden. Bei hohem Kraftaufwand, z. B. durch Rost oder starke Materialverbindungen, kann der Abzieher ruckartig lösen. Dabei besteht die Gefahr, dass sich ein Abzugshaken unkontrolliert seitlich löst oder abspringt. Dies kann zu Verletzungen führen.
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Welche Anwendungsfälle gibt es?

Im Wesentlichen unterscheidet man drei Anwendungsfelder, für die eine jeweils spezifische Abzieher-Lösung bereitsteht.

Fall 1: Das abzuziehende Teil ist auf einer Welle montiert.

Hier kommt ein Abzieher zum Einsatz, der an mehreren Punkten unter das jeweilige Teil greift. Über die bereits erwähnte Spindel wird eine gleichzeitige Zugkraft auf das Bauteil und eine Druckkraft auf die Welle ausgeübt - das Bauteil bewegt sich nach oben.

Fall 2: Das abzuziehende Teil sitzt in einer Mulde oder Vertiefung.

Für solche Fälle gibt es den sogenannten Innenauszieher bzw. Innenabzieher. Der greift das abzuziehende Teil von innen. Je nachdem, ob eine Gegenstütze oder ein Gleithammer zum Einsatz kommt, ruhen die Arme auf dem Gehäuse oder es ist keine Auflage möglich – dann erfüllt der Gleithammer seinen Zweck. Kommt eine Gegenstütze zum Einsatz, bauen sich wie beim Außenabzieher Zug- und Druckkräfte auf, die das abzuziehende Teil in Bewegung versetzen.

Fall 3: Das abzuziehende Teil sitzt plan bzw. bündig auf einer Oberfläche.

Können die Haken eines herkömmlichen Außenabziehers nicht unter das Bauteil greifen, ist der Griff zur Trennvorrichtung bzw. Trennmesser angebracht. Das Prinzip ist einfach: Zunächst schieben sich halbkreisförmige, verjüngend zulaufende Messer von 2 Seiten kontrolliert unter das Bauteil und heben es dabei leicht an. Dann werden diese „Trenner“ durch Betätigung einer zusätzlichen Spindelvorrichtung angehoben und befördern das Bauteil im Prinzip des Außenabziehens nach oben.
Jetzt kennst du bereits die 3 wesentlichen Anwendungsfälle. Nun erklären wir dir die dazu passenden Abzieherlösungen:
Du willst das Abzieher-Sortiment von STAHLWILLE kennenlernen? Hier geht es zu den Produkten: