07.11.2025

Innenliegende Teile mit dem Innenauszieher richtig abziehen

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In unserem allgemeinen Artikel über Abzieher haben wir uns angeschaut, wofür Abzieher allgemein verwendet werden und welche Typen es gibt. In diesem Beitrag erklären wir, was ein Innenauszieher ist und worin seine Besonderheiten liegen. Wo wird er verwendet? Wie ist er konstruiert? Was muss man beachten? All das und mehr findet sich auf dieser Seite.
Die Innenauszieher kommen immer dann zum Einsatz, wenn innenliegende Teile kontrolliert und gleichmäßig abgezogen werden müssen. Das können beispielsweise Kugellager, Simmerringe oder Buchsen sein. Dank ihrer speziellen Konstruktion sind Innenauszieher in der Lage, solche oder ähnliche Teile von innen zu greifen, sodass sie nach oben herausgezogen werden können.
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Wie ist ein Innenauszieher aufgebaut?

Der Innenauszieher besteht aus folgenden Komponenten:
  • Grundkörper: Das Herzstück des Innenausziehers sind 2 halbkreisförmige äußere Schalen bzw. Backen. Sie stehen sich gegenüber und ergeben zusammen einen Zylinder. In abgewandelten Formen gibt es auch mehr als 2 äußere Schalen, welche eine gleichmäßigere Kraftverteilung ermöglichen. Am unteren Ende der Auszugsbacken befinden sich die Greifkanten, welche sich beim Auszugsvorgang unter das Bauteil setzen. Sie werden auch als Greifhaken oder Auszugsnasen bezeichnet. Die äußeren Schalen werden am oberen Ende mit einer Hülse zusammengehalten.
  • Spindel: Im Inneren des Innenausziehers verläuft eine Schraube bzw. Spindel. Sie hat am oberen Ende ein Anschlussgewinde für Gleithämmer oder Gegenstützen und verfügt über eine Mutter, welche oberhalb der Hülse auf der Spindel sitzt. Durch die Betätigung der Mutter drückt die Spindel von innen die Auszugsbacken auseinander und vergrößert so den Umfang des Grundkörpers.
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Wie wird ein Innenauszieher mit einer Gegenstütze angewendet?

Die Anwendung eines Innenausziehers ist unkompliziert und schnell erklärt.
  • Schritt 1: Der Innenauszieher wird in das zu entfernende Bauteil eingeführt.
  • Schritt 2: Die Spindel des Innenausziehers wird unter Verwendung eines Schraubenschlüssels eingedreht. Dabei spreizt er sich an der Basis auf und die Greifhaken greifen unter das auszuziehende Teil.
  • Schritt 3: Die Gegenstütze wird gerade auf den Innenauszieher gesetzt und ihre Spindel eingedreht, bis sie mit der Spindel des Innenausziehers verbunden ist. Die Schenkel der Gegenstütze liegen auf dem Umfeld des auszuziehenden Teils auf.
  • Schritt 4: Die Mutter auf der Spindel wird mit einem Schlüssel nach unten gedreht; der dadurch erzeugte Druck auf die Gegenstütze zieht den Innenauszieher nach oben. Über die Schenkel wird eine Druckkraft auf den Untergrund und eine Zugkraft auf das auszuziehende Teil ausgeübt – es bewegt sich mit dem Innenauszieher nach oben.
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Wie wird ein Innenauszieher mit einem Gleithammer angewendet?

Wenn rund um das auszuziehende Bauteil zu wenig Platz ist, um die Schenkel der Gegenstütze anzusetzen, kommt stattdessen ein Gleithammer zum Einsatz. Er besteht aus einer Gleitschiene, auf der ein Handgriff (Hammer) als Gleitschlitten zwischen 2 Anschlägen hin- und herbewegt werden kann. Auch hier ist die Anwendung denkbar einfach:
  • Schritt 1: Zum Ausziehen des Bauteils wird der Gleithammer sicher auf den Innenauszieher geschraubt; der Gleitschlitten befindet sich dabei in Ruheposition am unteren Anschlag.
  • Schritt 2: Der Gleitschlitten wird in einer gleichmäßigen Bewegung bis zum oberen Anschlag bewegt. Beim Erreichen des Anschlags wird seine Bewegungsenergie abrupt auf den Anschlag übertragen. Dabei wird eine Schockwirkung erzeugt, die am Innenauszieher in eine Zugkraft umgewandelt wird und auf das auszuziehende Teil wirkt. Das Teil löst sich.
  • Schritt 3: Sofern das Bauteil sich beim ersten Versuch noch nicht gelöst hat oder noch nicht vollständig aus der Versenkung gehoben wurde, kann der Vorgang mehrmals wiederholt werden.
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Worauf sollte bei der Anwendung von Innenausziehern geachtet werden?

Um optimale Ergebnisse zu erzielen und sicheres, effizientes Arbeiten zu ermöglichen, sollte auf die folgenden Hinweise geachtet werden:
  • Je nach Anwendung ist die Wahl des richtigen Typs und der richtigen Größe des Innenausziehers ein Schlüssel für die sichere Entfernung des Bauteils.
  • In jedem Fall sollte ein zum Durchmesser des zu entfernenden Teils passender Innenauszieher eingesetzt werden. Innenauszieher von STAHLWILLE etwa sind in 10 Größen erhältlich und decken Spannweiten von 8 bis 100 mm ab.
  • Eine korrekte Positionierung ist unerlässlich – der Innenauszieher muss gerade und mittig sitzen.
  • Beim Herausziehen des Bauteils sollte stets eine gleichmäßige Kraft angewendet werden.
  • Tipp: Für eine noch schonendere Durchführung sollte, soweit möglich und umsetzbar, das Gehäuse, in dem sich das abzuziehende Teil befindet, vor dem Einsatz des Innenausziehers erwärmt werden. Die entstehende Wärme sorgt dafür, dass sich die Passung zwischen dem Gehäuse und dem abzuziehenden Teil lockert, wodurch sich der Ausbau erleichtert.
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