06.11.2025

Abzieher kennen, verstehen und einsetzen: die Trennvorrichtung

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Es gibt viele Typen von Abziehern. Mit Außenabziehern entfernt man Teile, die auf einer Welle sitzen. Mit Innenausziehern kann man Bauteil anheben, die schwer zugänglich in einer Vertiefung sitzen. Doch wozu sind Trennvorrichtungen da? Wie sind sie aufgebaut und wie werden sie angewendet? Das liest du in diesem Artikel.
Wie alle Abzieher sind auch Trennvorrichtungen dafür gemacht, festsitzende Bauteile sicher und kontrolliert zu lösen. Sie kommen zum Einsatz, wenn das entsprechende Teil – beispielsweise ein Lager, eine Riemenscheibe oder ein Innenring – besonders fest und dicht auf dem Untergrund aufliegt. In Fällen also, in denen die Haken eines konventionellen Außenabziehers nicht unter das Bauteil greifen können.
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Wie ist eine Trennvorrichtung aufgebaut?

Ein handelsübliches Trennvorrichtungssortiment besteht aus einer Trennvorrichtung für den Trennvorgang und einer Abziehvorrichtung für das Abziehen des Bauteils. Der Einfachheit halber schauen wir uns beide Vorrichtungen genauer an.
Diese Teile gehören zur Trennvorrichtung:
  • Trennmesser bzw. Schneiden, Klauen oder Trennbacken: Hierbei handelt es sich um 2 spitz zulaufende Metallscheiben. Sie sind für die Trennvorrichtung (Trenner) namensgebend und arbeiten wie ein Keil, der sich von 2 Seiten unter das abzuziehende Bauteil schiebt. Jede Schneide besitzt zudem ein von oben zugängliches Innengewinde.
  • Seitenbolzen bzw. Schrauben: Um die Schneiden synchron unter das Teil zu drücken, sind die Schneiden über 2 parallel verlaufende Schrauben miteinander verbunden: eine auf jeder Seite der Welle, auf der das abzuziehende Teil sitzt. Mittels Muttern auf den Seitenbolzen werden die Trennmesser zueinander bewegt.
Diese Teile gehören zur Abziehvorrichtung:
  • Traverse: Sie wird vor dem Abziehen mit dem Zugbolzen verschraubt.
  • Zugbolzen: Sie haben auf jeder Seite ein Gewinde, welches zum Einschrauben in die Trennvorrichtung sowie als Verschraubung an der Traverse benötigt wird.
  • Spindelschraube: Sie läuft zentral durch die Traverse und hat beim Abziehvorgang Kontakt mit der Welle.
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So benutzt du eine Trennvorrichtung richtig:

Eine Trennvorrichtung einzusetzen, ist nicht schwierig. Hier haben wir eine kurze Anleitung für dich:
  • Schritt 1: Zunächst musst du die beiden Schneiden gegenüberliegend an das abzuziehende Teil anlegen. Verbinde die Schneiden anschließend miteinander, indem du von Hand die horizontalen Schraubverbindungen mit den Seitenbolzen herstellst.
  • Schritt 2: Nun geht es ans eigentliche Trennen. Ziehe die Schrauben immer abwechselnd wenige Umdrehungen an, sodass sich die Schneiden von beiden Seiten gleichmäßig wie ein Keil unter das Bauteil schieben. Fahre mit dem Anziehen so lange fort, bis der Anschlag erreicht ist.
  • Schritt 3: Setze nun die Abziehvorrichtung auf. Verschraube die Zugbolzen mit den vertikalen Innengewinden der Schneiden. Drehe dann die Spindelschraube der Abzieheinrichtung von Hand im Uhrzeigersinn ein, bis sie auf der Welle aufliegt.
  • Schritt 4: Jetzt musst du nur noch die Spindelschraube der Traverse mithilfe eines Schraubenschlüssels weiter im Uhrzeigersinn drehen. Die Physik ist hier die gleiche wie beim Außenabzieher: Die Spindel übt eine Druckkraft auf die Welle aus, die Bolzen eine Zugkraft auf die Schneiden. Die Schneiden werden angehoben und befördern so das zu lösende Teil nach oben.
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Welche Typen gibt es?

Je nach Art und Größe des Bauteils stehen unterschiedlich dimensionierte Schneiden und Abziehvorrichtungen zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Verlängerungen für die Zugbolzen: Die benötigst du beispielsweise, wenn die Welle weit herausragt und die Zugbolzen deines Trennmessers nicht ausreichend lang sind, um die erforderliche Spanntiefe zu erreichen, sprich: um die Distanz bis zum Bauteil bzw. seinem Untergrund zu überbrücken.
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Worauf sollte bei der Anwendung von Trennvorrichtungen geachtet werden?

Selbst wenn es einmal hektisch ist: Beachte unbedingt die folgenden Hinweise. Sonst riskierst du Schäden am Werkzeug oder den Bauteilen!
  1. Wähle unbedingt eine Trennvorrichtung aus, die von den Proportionen zum Bauteil passt!
  2. Achte beim Trennvorgang darauf, die Schrauben immer abwechselnd und möglichst gleichmäßig anzuziehen. Sonst kommt es zu Spannungen und einer schlechten Kräfteverteilung. Das Werkzeug kann verkanten und im schlimmsten Fall können das Bauteil, die Schrauben oder die Schraubgewinde Schaden nehmen.
  3. Ziehe die Trennvorrichtung so lang an, bis das abzuziehende Bauteil auf beiden Seiten am Anschlag der Schneiden anliegt!
  4. Passe den Abstand der Zugbolzen exakt an den Abstand der Gewinde in den Schneiden an. Stelle außerdem sicher, dass die Spindel mittig auf der Welle aufsitzt. Eine ungleichmäßige Ausrichtung führt möglicherweise zu einer schlechten Kraftverteilung und zu Schäden am abzuziehenden Teil, der Welle oder dem Abzieher.
  5. Schraube die Zugbolzen der Abziehvorrichtung stets bis zum Anschlag in die Schneiden ein, um eine sichere Verbindung ohne Spiel zu erhalten.
  6. Generell: Gehe stets mit der nötigen Sorgfalt vor. Fühlt sich etwas falsch oder zu schwergängig an, kontrolliere lieber noch einmal, ob alles stimmt!
  7. Tipp: Als Alternative zur Abziehvorrichtung kannst du auch einen klassischen zweiarmigen Abzieher nutzen, wenn du mit dem Trenner bereits das Bauteil anheben konntest und jetzt der Platz für die Abzugshaken ausreicht.
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